Voraussetzung für die Entstehung großer Kohlelagerstätten war die Ansammlung riesiger Pflanzenmassen in fossilen Torfmooren. Daher führte erst die Entfaltung der Flora im frühen Erdaltertum während des Devons zu echter Kohleflözbildung. Die Pflanzen eroberten damals in kurzer Zeit das Festland, und es kam im Karbon erstmalig zu üppiger Waldmoorbildung (Sigillarien-Wald und Calamiten-Röhricht). Jedoch waren die torfbildenden Pflanzengesellschaften noch nicht so mannigfaltig entwickelt wie in späteren geologischen Zeiten. Es waren in der Hauptsache Sporenpflanzen, wie Farne, Bärlapp- und Schachtelhalmgewächse. Die Tertiärflora ist dagegen weit spezialisiert und ähnelt schon sehr der heutigen Pflanzenwelt. Die Pflanzen paßten sich im Laufe ihrer geologischen Entwicklung an die verschiedenen ökologischen Bedingungen immer mehr an. Infolgedessen unterscheiden sich die tertiären Kohlen in botanischer und chemischer Hinsicht viel stärker als die karbonischen. Der Umbildungsprozeß der fossilen pflanzlichen Stoffe zur Kohle erfolgte stufenweise in der Reihenfolge: Holz - Torf - Braunkohle - Steinkohle - Anthrazit - Graphit und ging meist in fossilen Flach- bzw. Niederungsmooren, seltener in Hochmooren vor sich. Zunächst vollzog sich an der pflanzlichen Substanz die Vertorfung (biochemische Inkohlung), d.h. der Abbau der Pflanzensubstanz zu Humusstoffen. Wasserbedeckung und Luftabschluß waren hierfür Voraussetzungen. Die zersetzende Tätigkeit aerober, sauerstoffliebender Bakterien wurde dadurch gehemmt. Es wirkten vielmehr anaerobe Bakterien. Als Zersetzungsrückstände verblieben feste, saure, kohlenstoffreiche Kohlenwasserstoff- Verbindungen: der Torf. Nunmehr setzte die eigentliche Kohlebildung oder Inkohlung ein. Der Inkohlungsprozeß erfordert bestimmte Druck- und Temperaturbedingungen. Wichtig ist aber auch der geologische Zeitfaktor. Bei der Inkohlung bilden sich Gase, die entweichen, (Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid,...) und andere Kohlenwasserstoffe. Die ehemalige Pflanzensubstanz verliert dabei mehr und mehr ihre ursprüngliche Struktur. Durch die Entgasung sowie die Entwässerung tritt eine starke Schrumpfung des Ausgangsmaterials ein. Der Kohlenstoff wird auf Kosten der anderen Bestandteile der brennbaren Substanz angereichert. Es entsteht Kohle. Die physikalisch-chemische Beschaffenheit, d.h. die qualitativen Unterschiede der einzelnen Lagerstätten sind oft beachtlich. Für die Verwendung der Rohbraunkohle sind besonders die Bitumen- bzw. Teer-, Schwefel-, Asche- und Salzgehalte von großer Wichtigkeit. Es sind die markantesten Kennwerte der Rohkohle. Bitumenreiche Braunkohlen lagern vor allem westlich der Elbe. Die in ihnen unterschiedlich enthaltenen Wachse und Harze lassen sich mit hohem wirtschaftlichen Nutzen extrahieren und verschwelen. Nur an sehr wenigen Stellen der Welt waren wachshaltige Pflanzen in größeren Mengen an der Kohlebildung beteiligt. Deshalb ist die Braunkohle, die sich für die Gewinnung von Montanwachs eignet, recht selten in ihrer regionalen Verbreitung. Die Braunkohlen, die sich vor allem als Rohstoff für die Montanwachsgewinung eignen, liegen im östlichen Harzvorland. Das einzige, derzeitig noch genutzte Bitumenkohlenvorkommen ist das Tertiärbecken von Oberröblingen, wo bereits frühzeitig der hohe Bitumengehalt einiger Straten der Flöze die Grundlage für die Montanwachsgewinnung bildete. Dieses Vorkommen weist eine lithologisch reich gegliederte Schichtenfolge auf, die einen Einblick in die erdgeschichtlichen Entwicklungsvorgänge während des Tertiärs zuläßt.